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Produkt- bzw. Materialgruppe |
Verordnung |
Schwerpunkte |
Bemerkungen |
Bezug zur Region |
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Verpackungen
(Quelle: BDE Presse-Service, 14.07.99)
|
Verordnung von 1991; Novelle vom 21.08.98 |
Mehrwegquote für Mehrwegsysteme, Verwertungsquoten für Materialien |
Beispiel für nationale Maßnahmen und Anstoß für EG-Richtlinie von 1994; EU-Arbeitspapier zur Novelle der EU-Ver-packungs-Direktive liegt vor mit Mengen- und Quotenvorgaben |
Sammlung erfolgt in der Region, Ver-wertung nicht |
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Altauto |
Verordnung vom Juli 1997 auf der Grundlage des KrW-/AbfG |
"Freiwillige Selbst-verpflichtung der Industrie" wird durch Verordnung ergänzt; Quoten, Rücknahmesysteme und Kostenlosigkeit |
Internationale Vorrei-terrolle, gemeinsamer Standpunkt des Rates der EU im Hinblick auf den Erlaß der Richtli-nie 1999 liegt vor; Alt-auto als Beispiel in der "Konzeption für ein Stoffstromrecht" ver-wendet; Vielzahl an Materialfraktionen |
Organisation, Kon-takt zu Herstellern und Verwerter vor-handen; InnoRegio- Antrag gestellt; gepl. Kreislaufwirt-schaftszentrum (KWZ) kann eingebunden werden |
|
Elektronikschrott |
Entwurf IT-Geräteverordnung von 1998 (Quelle: BMU vom 19.10.99) |
Ergänzung freiwil-liger Maßnahmen; Mengen, Quoten, Rücknahme und Kosten |
Bundesrat-Umweltaus-schuß berät Erweiter-ung auf braune u. wei-ße Ware; Entwurf EU-Richtlinie vom Juli 99 (Quelle: BDE Presse-Service, 21.07.99); Vielzahl an Material-fraktionen |
Sammlung in der Verantwortung der Komunen; Verwer-tung durch Dritte in der Region möglich; gepl. KWZ kann eingebunden wer-den; Synergien zu Altauto |
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Bauabfälle |
Selbstverpflich-tungserklärung der Industrie und Ziel-festlegung der Re-gierung von 1996 liegen vor (Quelle: BDE Presse-Service, 04.1997) |
Mengen- und Quotenvorgaben; Verhinderung des Downrecycling |
Mitte 1996 For-schungsprogramm "Baustoffkreislauf im Massivbau" aufgelegt, um technische Regeln zur Anwendung von Recyclingmaterialien zu entwickeln; in der "Konzeption für ein Stoffstromrecht" verwendet |
Verwerter in der Region vorhanden; Bauindustrie kann vor Ort ent- und versorgt werden; |
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Bioabfall
(Quelle: BDE Presse-Service, 18.12.1997 |
Entwurf zur Bio-abfallverordnung am 06.11.1997 von der Bundesre-gierung vorgelegt |
Schwermetallgehal-te, Aufbringungs-mengen, Schutz vor Schaderregern, |
Düngemittel- und Düngeverordnung sind angepaßt; TA-Siedlungsabfall enthält weitere Vorga-ben |
Verwerter in der Region vorhanden; Kreislauf kann in der Region prakti-ziert werden |
Da für die Verpackungsabfälle keine Verwertung in der Region erfolgt, DSD und damit die Verwertung organisiert sind, müßte bei ""Null" beginnend gegen vorhandene Strukturen ge-arbeitet werden.
Die übrigen technologischen Schwerpunkte werden nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand wie in der Reihenfolge dargestellt gewichtet.
Aus der im Bundesumweltministerium in Arbeit befindlichen Pilotverordnung zur Altholzver-wertung als Rechtsverordnung über Anforderungen an die Verwertung (Quelle: Abfallwirt-schaftstagung S-A, 02.11.99) können nach Kenntnis der Inhalte Handlungsempfehlungen für die Region abgeleitet werden. Die Diskussion um die TASi ist aufmerksam zu verfolgen, um eventuell weiteren Handlungsbedarf abzuleiten.
Die erfolgreiche Umsetzung der technologischen Schwerpunkte erfordert die Lösung von Entwicklungsaufgaben aus ökologischer, technischer und wirtschaftlicher Sicht. Das Umwelt-bundesamt empfiehlt dafür Kooperationslösungen, vor allem in den Bereichen, in denen über einen Recyclingschritt eine Kreislaufführung von Produkten angestrebt wird (Literaturstelle 27 aus Punkt 1.1).
Die nachfolgende Grafik der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel Institut für Recycling zeigt beispielhaft das Potential aus der Veränderung der Demontagetiefe z.B. bei der Verwertung von Altautos oder E-Schrott.

Analyse des Bedarfs und des Angebotes
Darstellung des Bedarfs der Unternehmen und des Marktes
Anzahl der Unternehmen und Verteilung über die Region
Im Umweltkatalog der IHK Magdeburg und dem Entwurf des Abfallwirtschaftsplanes des
Regierungsbezirkes Magdeburg sind gegenwärtig 978 Eintragungen von Hersteller/Händlern, Ingenieurbüros, Verwertern, Entsorgern und Transporteuren auf dem Gebiet der Umwelt-
Technik/Abfallwirtschaft gelistet. Davon liegen 44 Detailinformationen zu Hersteller/Händler und 229 Detailinformationen zu Verwertern, Entsorgern und Transporteuren , d.h. nur von etwa 30 % zentral vor. Die Standorte sind über den gesamten Regierungsbezirk verteilt, wobei
Magdeburg und Umgebung ein Ballungsgebiet darstellen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Verwertungsanlagen der Region laut
Statistischem Landesamt Sachsen-Anhalt (Stand 1998).
|
Art der Anlage |
Anzahl in Sachsen-Anhalt |
darunter in der Region |
|
Betriebliche Abfallentsorgung |
|
|
|
Regranulierung |
1 |
1 |
|
Rückgewinnung org. Stoffe, die nicht als Lösemittel verwendet werden |
2 |
- |
|
Rückgewinnung von Metallen und Metallverbindungen |
3 |
2 |
|
Rückgewinnung/Regenerierung von LM |
1 |
- |
|
Regenerierung von Säuren und Basen |
1 |
- |
|
Kompostierung |
2 |
1 |
|
Rückgewinnung anderer anorg. Stoffe |
1 |
- |
|
Zerkleinerung und Sortierung |
1 |
- |
|
|
|
|
|
Verfüllung über Tage |
57 |
17 |
|
Verfüllung unter Tage |
3 |
1 |
|
Glasverwertung |
2 |
1 |
|
Kunststoffverwertung |
24 |
12 |
|
Asphaltaufbereitung |
20 |
11 |
|
Bauschuttaufbereitung |
93 |
44 |
|
|
||
|
Erhebung über die Abfallentsorgung in der Entsorgungswirtschaft |
|
|
|
Chem./phys. Behandlungsanlage |
6 |
2 |
|
Sortieranlagen |
29 |
11 |
|
Kompostanlagen |
58 |
32 |
|
Schredderanlagen |
2 |
1 |
|
Bodenbehandlungsanlagen |
9 |
2 |
|
Sonst. Behandlungsanlagen |
20 |
5 |
Verwertungsanlagen wie z.B. für Altautomobile (nach ARGE Altauto 50 in S-A, im Landes-verband 33, davon 14 in der Region), Altreifen und Altgummi, Elektronikschrott, Altholz und Vergärungsanlagen sind bei der Aufstellung nicht erfaßt worden und zentral auch nicht abrufbar.
Marktpotential national und international
Der Weltmarkt für Umweltschutzgüter zählt zu den dynamisch wachsenden Zukunftsmärkten und hatte 1998 nach Schätzungen der OECD ein Volumen von ca. 430 Mrd DM. Die Wachs-tumsprognosen reichen von jährlich 5-6 % (OECD) über 7,5 % (Environmental Technology Export Council der USA) bis zu 8 % im Zeitraum 1995/2010 (Japanisches Industrieministeri-um MITI). Das folgende Diagramm (Quelle: Umweltbericht 1998) liefert dazu einen Über-blick.

Der Umweltmarkt bleibt auch nach einer Untersuchung der rennomierten internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan, London und Frankfurt/Main ein bedeutender Wachstumsmarkt in Europa. Die Prognose reicht bis in das Jahr 2003 und ist Inhalt der
beiden folgenden Diagramme.


Gründe für das Wachstum werden in der Einführung vielfältiger neuer nationaler und inter-
nationaler Umweltgesetze und der zunehmenden Entschlossenheit zur Anhebung der Quoten für Recycling und Rückgewinnung gesehen. Die Erfüllung der vorgegebenen Quoten zwingt zur Suche nach Alternativanwendungen für Recyclingprodukte und neuen Produkten aus Re-cyclaten ohne den Schein der "Minderwertigkeit", neuen Techniken auf dem gesamten Ver-wertungssektor sowie bezogen auf die Produktverantwortung alternative Einsatzmaterialien und ein "design for recycling". Das erfordert Innovationen für den gesamten Produktlebens-zyklus.
Für den nationalen Markt sind Istzustand und Prognose nicht verfügbar. Auf Grund des geän-derten Umweltstatistikgesetzes werden die Zahlen frühestens Ende 99 veröffentlicht.
An einigen Zahlenbeispielen soll das vorliegende beträchtliche Volumen belegt werden. Aus dem Umweltbericht geht hervor, daß 1997 in der Entsorgungsbranche 240.000 Beschäftigte einen Umsatz von ca.80 Mrd DM erwirtschafteten.
Der Investitionsbedarf wird nach Angaben des BDE mit 30 Mrd DM beziffert.
|
Produkt/ Material |
Quelle |
Jahr |
Leistung |
Bemerkung |
|
Verpackung |
BDE Presse- Service |
1996 |
792.000 t Kunststoff zu Verpackungen verarbeitet 535.000 t davon recycelt |
|
|
Altauto |
Statistische Mit-teilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes |
1993199519961997 |
2,25 Mio Löschungen 2,90 Mio Löschungen 3,14 Mio Löschungen 3,40 Mio Löschungen |
|
|
Elektronikschrott |
BDE Presse-Service |
1997 |
2 Mio t Schrott, davon 40 % Investitions- und 60 % Gebrauchsgüter |
Auf Grund einer E-Schrott-Verordnung werden 12.000 Arbeitsplätze erwartet |
|
Bauabfälle |
BDE Presse-Service |
1997 |
285 Mio t Anfall, davon 215 Mio t Bodenaushub |
|
|
Bio-Abfälle |
Umweltbericht 98 |
1997 |
6 Mio t zu ca. 3 Mio t Qualitätskompost verarbeitet |
Potential auf 10 bis 12 Mio t geschätzt; 4 Mrd DM investiert, geplant 6 Mrd DM |
|
Altholz |
BDE Presse-Service |
1998 |
300 BDE-Mitgliedsfirmen "bewegen" 1,4 Mio t Altholz |
81 Anlagen mit einer Lei-stung von 820.000 t/a stehen in diesen Firmen bereit |
vorgesehene Schlüsselaktivitäten der Unternehmen
Die Thematik "Kreislaufwirtschaftssysteme" beinhaltet eine Vielzahl von Material- und Produktgebieten mit differenzierten Mengen- und Quotenvorgaben sowie Zeitschienen in bereits erlassenen Verordnungen, in Entwürfen, national eingegrenzt und EU-weit gültig.
Auf Grund dieser breiten Palette, belegen auch die vorgesehenen Schlüsselaktivitäten der Unternehmen eine große Bandbreite, sind für alle technologischen Schwerpunkte gültig und haben folgende Inhalte:
Technik/Technologie - Management - Investitionen
- Innerbetriebliche Organisation - Neue Produkte - Logistik
Neue Dienstleistungen - Kooperation - Marketing
Personalentwicklung/Weiterbildung - Internationalisierung
Die Schlüsselaktivitäten zielen vor allem auf Schaffung der Voraussetzungen gemäß Verord-nungsforderungen, Effizienz im Betriebsablauf, Bedienung der Dienstleistung so weit wie möglich mit eigener Technik und eigenem Management, Kundenbindung auf lange Sicht, Schließen von Prozeßketten vom Input bis zur Vermarktung des Endproduktes und Verknüp-fung der Dienstleistungen über Netzwerke. Investitionen und die Erweiterung des Firmenpro-fils werden als erforderlich erachtet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zu stärken.
Gegenstand der Innovationen in den Unternehmen
Die Palette an geplanten Innovationen ist aus den gleichen Gründen sehr breit gefaßt und hat folgende Schwerpunkte:
Technik/Technologie - Marketing
Logistik - Produkte
Zusammenarbeit - Dienstleistungen
Den Angaben zu den Punkten 2.1.3 und 2.1.4 sind auch die Ergebnisse von eigenen Befrag-ungen bei Unternehmen und Verbänden unterstellt. Fragebogen einschließlich Anschreiben und Legitimation sind als Anlage beigefügt. Der Fragebogen wurde mit dem Dekan am In-stitut für Recycling der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, Herrn Prof. Dr.-Ing. Joachim Schmidt, dem Geschäftsführer der Ingenieurbüro Hahn GmbH, Herrn Martin Hahn, und dem Geschäftsführer eines Verwertungsunternehmens inhaltlich abgestimmt. Es wurden 32 Verwertungs- bzw. Entsorgungsunternrhmen in die schriftliche Befragung einbezogen
(ausgewählt nach der Wahrscheinlichkeit, eine Antwort zu bekommen). Mit dem Vorstand von Landesverband/Entsorgergemeinschaft der Autoverwerter und –entsorger Sachsen-Anhalt e.V. und Entsorgergemeinschaft für Altreifen und spezielle Verwertungsverfahren e.V., Mit-gliedern des Pilotprojektes Netzwerk Autorecycling Teileverbund und einigen Verwertern wurde direkt gesprochen. Die schriftliche Befragung hat eine Rücklaufquote von 34 %. Da den Unternehmen Anonymität zugesichert wurde, können die Fragebögen nicht weitergege-ben werden. Auf Grund des finanziellen und zeitlichen Rahmens konnten die Befragungen nicht detailierter untersetzt werden, da dann nur die direkte Befragung vor Ort mit erläutern-dem Gespräch zu Ergebnissen führen würde.
Bedeutend für die Entwicklung umweltgerechter Technologien bzw. umweltbezogener Inno-vationen sind dabei neben den Zielvorgaben der Umweltpolitik nicht nur die Ankündigung von Gesetzgebungsvorhaben sondern vor allem deren Umsetzung, Beispiel Altauto und Elektronikschrott, wo bezüglich konkreter Innovationsgegenstände auf die Inhalte und Zeitschienen der nationalen bzw. europäischen Richtlinien gewartet wird (Siehe Literatur-stelle 27 aus Pkt.1.1). Die Befragungsergebnisse werden durch Aussagen des Instituts für Recycling der genannten Fachhochschule bezüglich der nationalen Gültigkeit bestätigt.
Für die Umsetzung technologischer Schwerpunkte der Kreislaufwirtschaft werden nach dem Ergebnis eines F+E-Projektes des Umweltbundesamtes Kooperationsverbunden größte Chan-cen eingeräumt. Da bei den Unternehmen auch bei Kenntnis der zu erwartenden Vorteile häu-fig der Wettbewerbsgedanke den Partnerschaftsgedanken dominiert, ist ""neutrale" Hilfe ge-fragt. Vielfach lassen, bedingt durch die Betriebsgrößen und die Personalausstattung, die Tagesgeschäfte perspektivische Betrachtungen und die Suche nach Partnerschaften nicht zu. Inhalte und Geltungsbereiche von Förderprogrammen sind oft unbekannt. Die Formulierung
von Anträgen bereitet größte Schwierigkeiten, da die ""Lesart" der Anträge gerade für KMU weitestgehend unbekannt ist und Inhalte wie Rentabilitätsvorschau sowie Gewinn- und Ver-lustrechnung von der inhaltlichen Untersetzung Schwierigkeiten bereiten.
Das gleiche trifft auch für die Umsetzung von Visionen bzw. Ideen in konkrete Projektbe-schreibungen zu.
Programme wie RIS-Rahm oder InnoRegio sind oft mehr zufällig oder Dank des konkreten Hinweises von Insidern den Firmen bekannt geworden.
Hier sind Dienstleistungen gefragt, die im Gegensatz zu Unternehmensberatern durch die öf-fentliche Hand gestützt werden, da die Vorfinanzierung die Möglichkeiten der Interessenten oft übersteigt. Erschwerend kommt hinzu, daß die Innovationen fördernden Dienstleister bzw. deren Leistungsspektrum oft nicht bekannt sind.
Der Erfolg durch fachgerechte Unterstützung zeigt sich beispielhaft in den bestätigten Inno-Regio-Projekten aus Sachsen-Anhalt, wo sich die Wirtschaftsförderung, der Innovationen för-dernde Dienstleister allein oder in Verbindung mit universitären Einrichtungen eingebracht hat.
Folgende Leistungen werden auch in der angegebenen Reihenfolge für die Region als wichtig angesehen:
Innovationsanregung und -begleitung (Kooperationsanstoß, Netzwerkmanagement, Pro-
jektentwicklung, Partner- und Konsultantensuche national/international, Organisation und Moderation des Austauschs regionaler Unternehmen, von Innovationsdialogen und Innovationsforen)
- Aufzeigen von Entwicklungstrends
Unterstützung bei der Beantragung von Förderung und Finanzierung
Formulierung von F+E-Aufgaben durch Zusammenführen von Interessengruppen und Bündelung der Ideen der Einzelnen sowie Benennung bzw. Vermittlung der Partner für die Realisierung
Unterstützung bei der Verbesserung des Informationsstandes zu neuen Techniken (Möglichkeiten, die man nicht kennt, kann man auch nicht nutzen)
Aus- und Weiterbildung (ab August 2000 gibt es in der Schweiz den Beruf "Recyclist/in; das Qualifizierungszentrum Wertstoffkreislauf (WKL) der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH in Kamp-Lintfort bietet die Qualifizierung "Technischer Fachwirt für Recycling" an)
Die genannten Bedarfe beziehen sich hauptsächlich auf Firmen die nicht regional oder über-regional organisiert sind. Die vorhandenen Organisationen wie Verbände und Gemeinschaften bieten teilweise schon sehr ausgeprägte und qualifizierte Kommunikations- und Informations-plattformen und betreiben intensive Lobbyarbeit. Diese Aussagen beschränken sich nicht auf die Region, sondern sind eher typisch für die neuen Bundesländer. In den alten Bundesländern sind Verwertungs- und Entsorgungsunternehmen über Jahrzehnte gewachsen, verkörpern teil-weise Konzerncharakter, verfügen oftmals über ganz andere Kapitalkräfte und agieren in ge-wachsenen und gefestigten Strukturen. Die Verwertungs- und Entsorgungsbranche, wie wir sie heute kennen, hat sich ist in der Region und überhaupt in den neuen Bundesländern ja erst in den letzten Jahren entwickelt und der Nachholebedarf, abgesehen von Niederlassungen be-kannter Großentsorger, ist noch sehr groß.
Innovationen
Bedarf wird gesehen in:
Unterstützung durch die Landesregierung und die Behörden im nationalen und europäischen Rahmen bezüglich
Zielvorgaben der Umweltpolitik und deren konsequente Umsetzung und Kontrolle
Durchsetzung von Novellierungen bei offensichtlichem Änderungsbedarf (Bericht der Bundesregierung an den Bundestag zur Entsorgung von Altautos, Drs. 14/1389 vom 05.07.99)
Änderung von Zulassungsbestimmungen und Qualitätsanforderungen, um den Weg für
höherwertige Recyclate zu ebnen (nach Aussage des BDE läuft ein vom BMBF gefördertes Forschungsprogramm "Baustoffkreislauf im Massivbau", um technische Regeln zur Anwendung von Recyclingmaterial als Zuschlag in Beton zu verwenden)
Förderung innovativer Produkte aus Recyclingmaterialien z.B. durch ein Bonus-Malus System. (Abgeleitet aus Aussagen von Herrn Prof. Schmidt und Literaturstelle 27 aus Pkt. 1.1)
Schutz der KMU vor kommunalen Unternehmen im Bereich der Verwertung. Der Wille des Gesetzgebers zur Differenzierung von Abfallbeseitigung und Abfallverwertung ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz niedergelegt. Immer wieder versuchen Kommunen rechtliche Vorgaben zu Lasten der mittelständischen Recyclingwirtschaft zu umgehen. In einer Entscheidung vom 28.10.99 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf die kommunale Autoverwertung in Nordrhein-Westfalen für zulässig erklärt, mit der Begründung, daß die Einrichtungen zur Abfallentsorgung nicht als wirtschaftliche Betätigung zu gelten haben. Das ist existenzbedrohend. Der Bereich Elektronikschrott wäre ein weiteres Feld, da den Kommunen schon die Einsammlungsaufgabe zugeteilt wurde.
In RAHM bzw. in Sachsen-Anhalt sind die folgenden Problemkreise zu lösen:
Investitionsförderung mehr auf das Recycling ausrichten
Förderkriterien/-konditionen an den Bedarf anpassen
Die Förderrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt schließen gegenwärtig das Recycling weitestgehend aus. da immer die Bedingung der Herstellung neuer Produkte angeführt wird (Siehe hierzu die Regelungen des Landes Sachsen-Anhalt zum 26. Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur"; Gewerbliche Wirtschaft Pkt. 1.2. Ausschluß von der Förderung; Pkt. 1.2.1. ...sowie sonstige rohstoffge-winnende Betriebsstätten von der Förderung ausgeschlossen, sofern keine weitere Verarbeitung am gleichen Standort erfolgt. .... Analog gilt das auch für Vorhaben der Rohstoffgewinnung im Rahmen des Recyclings). In Brandenburg werden nach Aussage von Hans-Jürgen Petrick, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie Brandenburg, GA-Mittel für das Recycling eingesetzt (Fachtagung "Automobil-Recycling" Berlin, 24.09.98). Um den Anforderungen aus gesetzlichen Vorgaben bezüglich Umweltschutz und Stand der Technik zu erfüllen und damit anerkannter Partner für Verwertung/Entsorgung zu bleiben, sind die dafür notwendigen Investitionsumfänge erheblich gestiegen
Zusammenführen unterschiedlicher Fördertöpfe so, daß sie sich nicht gegenseitig aus-schließen und auch zeitlich harmonieren, wobei gerade die Zeitspanne von Beantragung bis Vergabe als Problem angesprochen werden muß, da z.B. bei Investitionszuschüssen Zeiträume von über einem Jahr bis zu einer Entscheidungsfindung keine Seltenheit sind.
Markteinführungshilfen
Vorbildfunktionen in der öffentlichen Beschaffung und Vergabe (bei der Vergabe dominiert bisher eindeutig "billig" vor Qualität; Berücksichtigung von Standards wie Entsorgungsfachbetrieb oder zertifizierte Managementsysteme in den Betrieben, da sich hier überwiegend die umweltbewußten, engagierten und innovationswilligen Firmen wiederfinden)
Verbesserung der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Wirtschaft (Zertifizierung, Genehmigung, Kontrolle)
Förderung von Innovationsbündnissen und Netzwerken und deren Konzept- und Projekt-entwicklung (das finanzielle Eigenengagement der Beteiligten setzt dann ein, wenn sich jeder mit entsprechendem Anteil im Projekt wiederfindet; Beispiel InnoRegio und Urban 21) als Möglichkeit, überregional wettbewerbsfähig gegenüber Konzernstrukturen und mit der Bündelung der Leistung auch akzeptierter Partner von Großauftaggebern bzw. Groß-kunden zu sein. Die Entwicklung von Netzwerken oder Verbunden auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft wird für die gesamte Bundesrepublik empfohlen
Eine Verwertungs- und Beratungsagentur als Bestandteil z.B. eines Kompetenzzentrums kann darüber Auskunft geben wer sich mit Materialien beschäftigt, wo sie auftreten, wer sie verwertet und wer beim Logistikaufbau helfen kann
Standorte, wie das Kreislaufwirtschaftszentrum Rothensee sollten genutzt werden, um innovative Lösungen auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft anzusiedeln, Fachwissen
zusammenzuführen, Kompetenzen aufzubauen, F+E Bedarf zu koordinieren und damit die Außenwirkung der Region zu verbessern
Ein Studieninhalt "Kreislaufwirtschaft", wie z.B. an der Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel wäre auch in der Region denkbar und wird empfohlen
verbesserte Mitwirkung der Kreditinstitute bei der Begleitung von Unternehmen auf dem Gebiet der Umwelttechnik und Abfallwirtschaft (Der Präsident der Landeszentralbank verweist selbst darauf, daß vor allem KMU am Kapitalmarkt Zutrittsbeschränkungen aus-gesetzt sind)
verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, da einerseits auch der Konsument in der Produktverant-wortung steht und andererseits dem "Negativimage" von Recyclingprodukten begegnet werden muß
Darstellung des Angebotes der Region zur Befriedigung des Bedarfes der Wirtschaft
Neben den in der Übersicht aufgeführten Einrichtungen gibt es eine Vielzahl von An-Instituten und Ingenieurbüros auf dem Gebiet der Umwelttechik/Verwertung/Entsorgung die ihr spezialisiertes Fachwissen und die teilweise vorhandenen Technikumsausrüstungen für die Lösung anstehender F+E-Aufgaben einbringen können und wollen. Nicht zu unterschätzen ist das Potential aus der Bündelung von Kapazitäten und Ressourcen der KMU der Region bei entsprechender Koordination und Moderation.
Die Ansiedlung von Verfahrens- und Umwelttechnik bzw. Umwelttechnik und Recycling als eigenständiger Studiengang sind nur an den Fachhochschulen Anhalt und Magdeburg ange-siedelt, wobei Magdeburg mehr auf das Gebiet Wasserwirtschaft orientiert. Eigene Fachberei-che und Institute wie z.B. Zentrum für Recyclingtechnik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Institut für Recycling der Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel, Institut für Aufberei-tung und Institut für Kraftfahrwesen der RWTH Aachen (Quelle: der Umweltstudienführer 1999), FKuR- Forschungsinstitut für Kunststoff-Recycling oder die Stiftung für umweltge-rechte Entsorgung von Motorfahrzeugen in der Schweiz, sind in der Region nicht vorhanden. In den genannten Einrichtungen wird auch eine intensive Zusammenarbeit mit Primärprodu-zenten, Herstellern von Umwelttechnik und Verwertern gepflegt. Hier besteht in der Region Nachholebedarf. Es geht dabei weniger um den Transfer von externem Wissen, was auch schwierig wäre, da wie am Beispiel Gelsenkirchen durch den Einsatz von Landesmitteln kon-kret für den Regionalbedarf gearbeitet wird (Aussage von Prof. Holzhauer, Zentrum für Recyclingtechnik an der Fachhochschule Gelsenkirchen), sondern um die Nutzung der eige-nen Kompetenzen. Die ehemaligen SKET Schwermaschinenbau Magdeburg GmbH hat auf dem Gebiet Recyclingtechnik für Altfahrzeuge und Elektronikschrott, Bio-Abfallverwertung, Altholz-Verwertung und Bauschuttaufbereitung eigenständig und in Verbindung mit For-schungseinrichtungen wie die "Otto-von-Guericke Universität", die Hochschule Anhalt und die TH Merseburg Ausrüstungen und Verfahren entwickelt. An diese Tradition ist bisher nicht angeknüpft worden. Die KMU sind in der Mehrzahl finanziell und personell zu schwach, um Entwicklungsaufträge zu erteilen. Gerade auf Grund des großen Zukunftspotentials auf dem Gebiet Kreislaufwirtschaft sollten Bereiche z.B. der Konstruktionstechnik, des Maschinen-baus oder der Logistik sich speziell dieser Richtung annehmen, ausbildungs- und forschungs-seitig. Es fehlt das "Zusammenführen" von Bedarf und Kompetenz, wobei die finanzielle Ab-sicherung eine bedeutende Rolle spielt. Hier ist verstärkt zu recherchieren, inwieweit Herstel-ler (Verursacherprinzip) bereit sind sich zu engagieren, wenn erfolgversprechende Konzepte aus der Bündelung der regionalen Möglichkeiten angeboten werden können (Beispiel: Projekt Autokomplettverwertung ist Tagesordnungspunkt der Sitzung des PRAVDA-LA und der ARGE-Altauto).
|
Forschungseinrichtung |
Standort |
Themenbezogene Bildungs- und Forschungs-inhalte |
|
Otto-von-Guericke Universität |
Magdeburg |
Fabrikgestaltung, Produktions-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik |
|
Hochschule Anhalt |
Köthen |
Verfahrens- und Umwelttechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Biotechnologie |
|
Hochschule Harz |
Wernigerode |
Produktionswirtschaft, Logistik, Umwelt-management |
|
Fachhochschule Magdeburg |
Magdeburg |
Wasser- und Abfallwirtschaft, Maschinenbau, Elektrotechnik |
|
Fachhochschule Altmark* |
Stendal |
Umweltschutz und Recycling |
|
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung |
Magdeburg |
Steuerung von Montage- und Handhabetechnik, Produktionslogistik, Fabrikökologie, Logistik |
|
F+E-Dienstleister für die Industrie mit 860 Beschäftigten |
||
|
ÖHMI Forschung und In-genieurtechnik GmbH |
Magdeburg |
Umweltanalytik, Aufbereitung und Verwertung, Anlagen der Umwelttechnik, Umweltindustrie |
|
FER Ingenieurgesellschaft für Automatisierung GmbH |
Magdeburg |
Umweltschutztechnik |
*als eigenständige Fachhochschule geplant, gegenwärtig noch Teil der Fachhochschule Magdeburg
Finanzierungs- und Förderinstrumentarien
Kreditinstitute tun sich bei der Vergabe von Krediten auf dem Gebiet der Umwelttechnik, Verwertung und Entsorgung sehr schwer. Selbst Finanzierungsbestätigungen für Anträge auf Förderung beim LFI sind schwer mit den Banken zu vereinbaren. Regionale branchenüber-greifende Kooperationsverbunde oder Netzwerke stellen noch Neuland dar und sind für Banken auf Grund der differenzierten Inhalte und damit dem breitgestreuten Entwicklungs-
bedarf wie z.B. bei Ausrüstungen, Technologien, Logistik, Ausbildung sowie dem Investi-tionsbedarf bei der Umsetzung schlecht zu bewerten.
Die Unzulänglichkeiten bei der Umsetzung von Verordnungen und die uneinheitlichen begleitenden Regelungen und Verfahren in den Bundesländern stärken noch die Vorbehalte. Es ist zu erwarten, daß durch unterstützende Förderung, konsequente Umsetzung von umweltrelevanten nationalen und europäischen Gesetzen, definierten Zeithorizonten sowie dem öffentlichen Bekenntnis des Landes zum Entwicklungsschwerpunkt Kreislaufwirtschaft Vorbehalte bei den Kreditinstituten abgebaut werden können.
Organisationsformen für das zusammengehen von Wirtschaftsbeteiligten im Bereich der Verwertung und Entsorgung in der Region:
Landesverband der Autoverwerter und -entsorger Sachsen-Anhalt e.V.
Landesverband der Altreifenverwerter und -entsorger Sachsen-Anhalt e.V.
Landesverband der Umweltprüfer Sachsen-Anhalt e.V.
Entsorgergemeinschaft der Autoverwerter und -entsorger Sachsen-Anhalt e.V.
Entsorgergemeinschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Entsorgergemeinschaft Mitteldeutschland e.V.
Güteüberwachungsverein der Entsorgungsfachgemeinschaft Altmark e.V.
Entsorgergemeinschaft für Altreifen und spezielle Verwertungsverfahren e.V. (in der Genehmigung)
Aktivitäten:
Der Landesverband der Autoverwerter und -entsorger Sachsen-Anhalt e.V. ist am Aufbau des Netzwerkes Autorecycling/Teileverbund als Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt beteiligt. Er gehört zu den fünf Verbänden, die die neue Interessengemeinschaft der Deutschen Autoverwerter (IGA) repräsentieren und sind mit einer Person als Vertreter der IGA in den Sitzungen der ARGE-Altauto vertreten. Mit der Branche der Altautoverwerter aus dem Bereich Verwertung/Entsorgung wurde das erste branchenspezifische Gespräch mit der Umweltministerin Sachsen-Anhalt geführt, mit dem Ziel des Beitritts in die Umwelt-allianz und Abschluß einer Branchenvereinbarung.
Das Thema "Altautorecycling / Komplettautoverwertung / Verwertungsverbund" ist als InnoRegio-Projekt eingereicht worden, das auf einen branchenübergreifenden Koopera-tionsverbund zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Richtlinie zur Altautoverwertung zielt.
Auf dem Gebiet Kreislaufwirtschaft stellt sich in der Region speziell der Bereich Altautover-wertung als zukunftsträchtiger Bereich dar, der regional und national anerkannt ist und durch seine bisherigen Initiativen die Aufmerksamkeit der Wirtschaftsbeteiligten auf sich gezogen hat.
Auch die internationale Anerkennung wächst, was sich am Beispiel des geplanten "Internat-ionalen Automobilkomplexes" der Stadt Toyohashi in Japan belegen läßt. Eine Delegation der Stadt weilte zum Sammeln von Erfahrungen in Deutschland. In Wolfsburg wurde zu diesem Zweck ein Symposium zur internationalen industriellen Kooperation "Schaffung einer Um-weltindustrie in der Automobilbranche in Deutschland und Japan" durchgeführt, wo der Be-reich Recyclingtechnik / Automobilverwertung durch den Landesverbandesverband Sachsen-Anhalt vertreten wurde. Der Landesverband wird auch aktiv am EXPO-2000-Projekt "Kreislaufwirtschaft" der Stadt Wolfsburg teilnehmen.
In der TP Innovative Umweltschutztechnologien, Arbeitsgruppe Abfallwirtschaft aus RIS-RAHM sind auch Vertreter der Bereiche Bio-Abfall, Altholz sowie Böden und Sande ver-
treten. Bisher ist es nicht gelungen in diesen Bereichen Interessenten zu bündeln bzw. zu sammeln, um Projektideen zu entwickeln. Das Fehlen von regionalen Organisationsformen bedingt Defizite in der Kommunikation und Information untereinander. Um das unbestritten vorhandene Potential zu aktivieren ist der "Moderator" gefragt.
An Innovation fördernden Dienstleistern stehen eine Reihe von Einrichtungen zur Verfügung wie:
tti Magdeburg GmbH
Innovation Relay Centre Niedersachsen/Sachsen-Anhalt
Isw Halle-Leipzig e.V.
RKW Sachsen-Anhalt GmbH
InfoRegio Sachsen-Anhalt Management GmbH
Wirtschaftsfördergesellschaft für das Land Sachsen-Anhalt mbH
Wirtschaftsfördergesellschaften der Landkreise und kreisfreien Städte
TGZ’s und IGZ’s in den Landkreisen und kreisfreien Städte
ESA Erfinderzentrum Sachsen-Anhalt GmbH
Diese Einrichtungen sind oft auf bestimmte Bedarfe spezialisiert und bilden einen wesent-lichen Teil der forschungs- und unternehmensbegleitenden Infrastruktur für die Mittelstands-förderung.
Mit den Fachbereichen der Ministerien, der IHK und den projektbegleitenden Fachgremien RIS-RAHM stehen weitere unterstützende Institutionen zur Verfügung.
Darstellung der internationalen Entwicklungstrends
Basis der Darstellung sind Aussagen aus der Auswertung der OECD-Länderprüfberichte zur Umweltpolitik des Umweltbundesamtes vom Juli 1999 (betrachtete Staaten: Vereinigte Staaten, Japan, Kanada, Niederlande, Frankreich, Italien, Schweden und Großbritannien). Als generelle Leitlinie der Abfallpolitik hat sich in allen Staaten eine mehr oder minder klar de-finierte Zielhierarchie durchgesetzt: Erste Priorität besitzt Abfallvermeidung vor Wiederver-wendung vor Recycling vor thermischer Verwertung vor anderen Entsorgungsmethoden. An letzter Stelle steht die Deponierung. Aus den jeweiligen abfallpolitischen Zielhierarchien er-geben sich weitere Unterziele, wie eine Förderung der Abfalltrennung, das Ziel der Verpack-ungsreduzierung, aber auch quantitative Recyclingziele, die in vielen Ländern für einzelne Bereiche festgelegt werden.
Eine gewisse Besonderheit stellt die Auswahl von prioritären Abfallströmen dar, für die in den Niederlanden besondere Zielwerte gesetzt werden. Neben die staatlichen Zielsetzungen treten zunehmend auch privatwirtschaftliche Zielsetzungen mit Relevanz für die Abfallpolitik. Es sind dies vor allem die Selbstverpflichtungen einzelner Industriebranchen bzw. freiwillige Vereinbarungen mit dem Staat. Grundgedanke einer solchen Abfallpolitik ist das Prinzip der Produzentenhaftung, das sowohl für das Sammeln als auch für das Recycling Anwendung findet.
Allgemein beruht die Umsetzung der abfallpolitischen Ziele in allen Staaten auf einem breiten Spektrum an Instrumenten, wobei neben dem Ordnungsrecht auch vom planungsrechtlichen Instrumentarium relativ viel Gebrauch gemacht wird, während ökonomische Instrumente noch eher verhalten eingesetzt werden. Zunehmende Bedeutung gewinnen freiwillige Verein-barungen, Selbstverpflichtungserklärungen und ähnliche Ansätze wie in Deutschland zur Alt-autoentsorgung.
Die allgemeine Entwicklung in der Abfallpolitik entwickelt sich von der reinen Entsorgung hin zum Ansatz in größerer Wirkungstiefe beim Abfallprodukt selbst. Das Ressourcenmana-gement mit Konzepten wie z.B. Stoffstrommanagement, De-Materialisierung, ökologische Stoffwirtschaft, sanfte Chemie und nutzungsbezogene Kreislaufwirtschaft gewinnt immer mehr an Bedeutung. Als Beispiele solcher Konzepte sei auf das Konzept der Eco-Factory in Japan und die Ecocycle Politik in Schweden verwiesen. In sämtlichen Ländern ist man be-müht, die technischen Standards der Anlagen zu verbessern.
Deutschland weist im Verhältnis zu anderen Staaten sehr anspruchsvollen Gesetze und Em-pfehlungen auf dem Gebiet der Abfallwirtschaft auf und bestimmt dadurch auch maßgeblich technische und technologische Entwicklungstrends.
Aus wettbewerbsbezogenen Gründen besteht innerhalb der EU ein großer Bedarf nach einer Harmonisierung des Umweltrechts in den Mitgliedsstaaten. Beispiele hierfür sind die bereits förmlich gebilligte Altautodirektive, sowie die Vorschläge zu Elektronikschrott- und CKW-Verordnung. Der Trend hin zu Verbunden und Netzwerken wird auch in anderen Staaten und auch über Ländergrenzen hinweg einsetzen bzw. ist wie am Beispiel der Altauto-Verwertung schon in einigen EU-Mitgliedsstaaten in der Realisierung. Jüngstes Beispiel ist das Projekt des Internationalen Automobilkomplexes in Toyohashi, Japan. Bestandteil dieses Komplexes sind ein Recyclingzentrum für Importfahrzeuge, ein gemeinschaftliches Forschungszentrum für Automobilrecycling, in welchem sich in- und ausländische Universitäten betätigen sollen und ein Netzwerk für recycelte Autoteile (Quelle. Symposium zur internationalen industriel-len Kooperation "Schaffung einer Umweltindustrie in der Automobilbranche in Deutschland und Japan", vom 21.10.99). Auf den "Innovationsmotor" Kreislaufwirtschaft mit seiner natio-nalen und internationalen Bedeutung wurde im Text bereits verwiesen. In der Region nimmt der Bereich Altautoverwertung im nationalen Rahmen gesehen einen Spitzenplatz ein. Die er-reichte Position gilt es auszubauen, um damit eine Beispiellösung zu schaffen und durch Ana-lyse der vorhandenen Erfahrungen und Ableitung von Synergieeffekten andere Bereiche der Thematik Kreislaufwirtschaft zum Nutzen der Region voranzutreiben. Großbetriebe, wie sie in der Vergangenheit für die Region typisch waren, gibt es nicht mehr. Um so mehr können Aktivitäten auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft die Wirtschaft beleben. In der Verwer-tungs- und Entsorgungsbranche wird ein Konzentrationsprozeß einsetzen, der die Strukturen verändert. In Netzwerken bzw. Kooperationsverbunden liegt hier die Chance der KMU. Das Zusammenführen der Leistungskraft der Einzelnen, das Finden neuer Partner in der Region, führt zu Lösungen zur Stützung der mittelständischen Wirtschaft und erhält und verbessert ihre für den Marktprozeß überlebenswichtigen Funktionen, wie innovativ sein, Arbeitsplätze schaffen und konsequentes Ausnutzen von Marktlücken.
Recyclingtechnik und -technologie sollten wieder verstärkt Bestandteil des regionalen Maschinenbaus werden.
Weitere zu berücksichtigende spezifische Rahmenbedingungen
Nationale und internationale Umweltpolitik und Gesetzgebung
Zielvorgaben der Umweltpolitik
Vollzugsdefizite in der Umsetzung
"Systemlösungen" von Großunternehmen
Umsetzung der Produktverantwortung durch die Hersteller (Automobilindustrie plant begrenzte Zahl von Kooperationsverträgen)
Konkretisierung des KrW-/AbfG durch eine Bundesverwaltungsvorschrift
Position der Kommunen bei der Abfallverwertung
Grenzüberschreitende Organisation der Verwertung
Einflußnahme betroffener Wirtschaftszweige
Die Inhalte der genannten Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Trends müssen sorgfältig und kontinuierlich analysiert werden, um die Ergebnisse bzw. Schlußfolgerungen in Handlungsentscheidungen auf dem Feld der Kreislaufwirtschaft einfließen zu lassen und bei Bedarf auch im Interesse der Region und des Bundeslandes auf zukünftige Entwicklungen Einfluß zu nehmen.
Der Aufbau von Kreislaufwirtschaftssystemen wird durch das KrW-/AbfG per Gesetzeskraft gefordert und durch produkt- bzw. materialgebundene Verordnungen werden konkrete Inhalte und Zeitschienen, d.h. ein umwelt-/gesellschafts-/wirtschaftspolitisches Leitbild auf staatli-cher Ebene vorgegeben. Die Bereitschaft von Unternehmen innovativ tätig zu werden, ist vor-handen. Gerade auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft ist es weniger der "zentrale Akteur", der neue technologische Optionen zur Problemlösung eröffnet, sondern ein gutes Innovations-klima hängt wesentlich davon ab, wie es die beteiligten Akteure schaffen, einen Gleichklang
der ökonomischen, technischen, gesellschaftlichen, gesetzlichen oder politischen Rahmenbe-dingungen zu schaffen (Literaturstelle 27 aus Pkt. 1.1). Dienstleister, Wissenschaftler, Ma-schinenbauer und Innovation fördernde Dienstleister sind in der Region ansässig und von der Qualität und der Quantität in der Lage, die technologischen Schwerpunkte zu bedienen. Durch
bereits vorhandene Landesverbände und Entsorgergemeinschaften in der Region sind teilwei-se Kommunikations- und Organisationsplattformen gegeben. Das im Aufbau befindliche Netzwerk Autorecycling Teileverbund ist ein erster, wenn auch überwiegend branchengebun-dener Schritt zu einem Kooperationsverbund.
Mit der Umweltallianz Sachsen-Anhalt befinden sich regional sehr gute Voraussetzungen für ein koordiniertes Zusammenwirken von Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Aufbau. Der auf Initiative des Landesverbandes der Autoverwerter und -entsorger Sachsen-Anhalt e.V. im Umweltministerium angesiedelte Arbeitskreis "Altautoverordnung" ist dafür ein Beispiel.
Auf der Basis der Altautoverordnung in Verbindung mit der Freiwilligen Selbstverpflichtung und des Entwurfes des Rates der EU zur Entsorgung von Altautos, als erster EU-weiten pro-duktbezogenen Richtlinie wurde von der Autoverwertungsbranche der Region ein InnoRegio-Projekt mit dem Ziel des Aufbaus eines branchenübergreifenden Kooperationsverbundes initiiert.
Mit der beschlossenen Umsetzung des Kreislaufwirtschaftszentrums Rothensee, als Leitpro-jekt wirtschaftlicher Strukturentwicklung, ist die Möglichkeit gegeben, unter Einbeziehung entsprechender Rahmenbedingungen innovative Technologien anzusiedeln, Fachwissen zu-sammenzuführen und den Standort zu einem Kompetenzzentrum bezüglich der Inhalte der be-reits erkannten technologischen Schwerpunkte und weiterer Felder der Thematik Kreislauf-wirtschaft auszubauen.
Schwächen werden darin gesehen, daß eine Vielzahl von Akteuren, die für den Aufbau einer vertikalen branchenübergreifenden Kooperation zum Aufbau von Produkt- bzw. Material-kreisläufen nicht oder nur ungenügend voneinander wissen. Tätigkeitsprofile, Produktlinien, Anfall- und Abnahmestelle, mögliche Synergien und regionale Potentiale sind nur bedingt bekannt. Das Tagesgeschäft und teilweise die Qualifikation der Akteure führt zu Informa-tionsdefiziten über Abläufe, Anforderungen und Erwartungen und behindert oder verhindert
die Interpretation der Auswirkungen bestehender bzw. angekündigter Umweltgesetze und verhindert somit die Inangriffnahme notwendiger Innovationen.
Das erschwert entscheidend das "sich Finden" von Akteuren, um schnell auf Anlässe für kreislauforientierte Kooperationen reagieren zu können. Der Wettbewerb untereinander pro-duziert Berührungsängste und behindert Kooperationen. Projekte aus RIS-RAHM und InnoRegio beinhalten sicherlich Synergien und aus der Unkenntnis sind eventuell teilweise inhaltliche und zeitliche Parallelentwicklungen die Folge.
Der "neutrale" Organisator, Berater und Managementbegleiter ist gefordert. Gerade auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft kann der Kooperationsverbund den Bestand und die Wettbe-werbsfähigkeit der KMU sichern und verbessern und umwelt- und wirtschaftspolitisch uner-wünschte Konzentrationstendenzen verhindern.
Der Kontakt zu den Produzenten muß aufgebaut bzw. intensiviert werden, da sie aus der Posi-tion des Verantwortlichen maßgeblich die Entwicklung beeinflussen werden.
Nachteilig ist weiterhin, daß zwar Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen, es jedoch an der Koordination bei der Förderung von Kooperationsverbünden mangelt, die Bedarf an For-schung, Investition, Bildung, Kommunikation und Organisation anmelden.
Das Recycling als wesentlicher Bestandteil von Kreislaufwirtschaftsystemen wird von der Investitionsförderung des Landes weitestgehend ausgeschlossen, d.h. Risiko und finanzielle
Last verbleiben vollständig bei den Betrieben. Die Vernetzung der Förderprogramme ist notwendig und verstärkt auf Innovationsbündnisse und Netzwerke auszurichten.
Erfassung der auf dem Gebiet der Umwelttechnik und Verwertung tätigen Produzenten und Dienstleister nach z.B. dem Strukturverzeichnis der Mitgliedsunternehmen des BDE (Einteilung nach Betriebssparten und Entsorgungsleistungen)
nationale und internationale Recherchen nach Lösungsansätzen, Strategien, Konsultanten, Partnerschaften, Stand der Technik
Überprüfung der Inhalte weiterer RIS-RAHM und InnoRegio-Projekte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt auf Synergieeffekte, inhaltliche Übereinstimmungen bzw. Ergänzungen
Auf diese Weise ist es möglich, weitere Ressourcen und Kompetenzen in der Region zu be-stimmen, Synergien und damit Entwicklungsmöglichkeiten für die Region abzuleiten und Marktlücken aufzuspüren. An den Ergebnissen können Projekte wie z.B. Kreislaufwirt-schaftszentrum Rothensee partizipieren, Projektideen ähnlich der "Autoverwertung" ent-wickelt, InnoRegio-Projekte bewertet, Synergien abgeleitet und weitere Ressourcen aufge-deckt werden.
Auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft nimmt Deutschland hinsichtlich Technik, Techno-logie und vor allem der Gesetzgebung einen Spitzenplatz in der Welt ein. Gerade durch die angekündigten EU-Richtlinien sind in absehbarer Zeit eine Vielzahl von Staaten verpflichtet, ähnliche Wege zu beschreiten. Auch die entwickelten Industrieländer Asiens wie Japan, Korea und Taiwan orientieren sich verstärkt an bundesdeutschen Umweltgesetzen und Ver-ordnungen. Unter diesem Aspekt sollte verstärkt nach Korrespondenzstandorten (z.B. die Automobil- und Elektronikbranche betreffend) recherchiert werden, um zum einen eventuell unbekannte Ansätze zur Organisation von Verwertung/Entsorgung zu analysieren und zum anderen Möglichkeiten der Vermarktung eigenen Wissens ausfindig zu machen. Hierbei soll-ten in Abstimmung mit den Branchen die Möglichkeiten der tti Magdeburg GmbH genutzt werden.
Die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft als Innovationsmotor im Bereich Technik- und Produktentwicklung, als wesentliche Voraussetzung der wirtschaftlichen Entwicklung bzw. selbständiger Wirtschaftsfaktor ist regional, national und international erkannt.
Für Kreislaufwirtschaftssysteme, d.h. Bereiche, in denen über das Recycling Materialkreis-läufe geschlossen werden, scheinen Kooperationslösungen besonders geeignet. Derartige Ansätze befinden sich national und international in der Konzeptionsphase, d.h. anwendungs-bereites Wissen liegt kaum vor (Literaturstelle 27 aus Pkt.1.1). Mit dem Konzept des InnoRegio-Antrages aus dem Bereich Altautoverwertung, das einen Verwertungsverbund zum Inhalt hat, ist ein erfolgversprechender Ansatz hin zu Verbundlösungen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft gegeben. Förderlich wirken sich die vorhandene regionale Organisation der Branche, der gute Ruf innerhalb der Bundesrepublik, die Kontakte zu Politik ,Verwaltung und Wirtschaft, die nationale Gesetzgebung bezüglich Produktverantwortung und die Inhalte der in absehbarer Zeit zu erwartenden EU-Richtlinie aus. Die Materialvielfalt des Komplex-produktes Altauto bedingt natürlich auch die Einbindung einer Vielzahl von Verwertungs-schienen, das Engagement der Produzenten und schafft entprechenden Innovationsbedarf. Mit dem geplanten Kreislaufwirtschaftszentrum können regional beste Voraussetzungen geschaf-fen werden, um die Ansiedlung innovativer Technologien zu unterstützen und voranzutreiben, Synergien von Kreislaufwirtschaftssystemen abzuleiten, weitere Aktivitäten der Region be-züglich Kreislaufwirtschaft zu bündeln und zu organisieren sowie eine Plattform für Erfahr-ungsaustausch und Moderation zu bilden. Damit ist die Basis für die Entwicklung eines Kom-petenzzentrums Kreislaufwirtschaft gegeben, welches zur Verbesserung der Außendarstellung der Region beitragen kann und was auch inhaltlicher Bestandteil des Kreislaufwirtschaftszen-trums ist. Vom Ansatz scheint das Projekt geeignet, hier Wissen und Erfahrung auf dem Ge-biet der Kreislaufwirtschaft für ganz Sachsen-Anhalt zusammenzuführen und Projekte zu ent-wickeln, F/E-Aufgaben zu erarbeiten, notwendige Kooperationen herbeizuführen und zu einer nachhaltigen Strukturentwicklung der Region beizutragen.
Von der Komplexität der Ansprüche, dem Zusammenwirken von Produzent und Verwerter und in dem Inhalt von Umweltzielen, werden für E-Schrott und Bauabfälle weitere Kreislauf-themen für die Region gesehen. Es gilt, die maßgeblichen Akteure zusammenzuführen, das vorhandene Potential bekanntzumachen und zu bündeln.
Die Fördermöglichkeiten des Landes sind auf die neuen Bedarfe auszurichten. Ansätze für die Umsetzung von Verbundlösungen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft sollten unterstützt und gefördert werden. In der Region Altmark-Harz-Magdeburg ist das Innovationspotential für die Thematik "Kreislaufwirtschaftssysteme" vorhanden. Dienstleister auf den Gebieten der Kreis-laufwirtschaft, Forschungseinrichtungen mit Umwelttechnikinhalten und Maschinenbauer ste-
hen qualitativ und quantitativ ausreichen zur Verfügung. Anlässe für umweltorientierte Ko-operationen sind vorhanden.
Das Marktpotential und das Arbeitskräftepotential sind ebenfalls vorhanden bzw. kann im letzteren Fall durch integrierte Ausbildungs- bzw. Bildungsmaßnahmen qualifiziert werden.
Für die Region ist die Möglichkeit gegeben, nationale und internationale Beispiellösungen von umweltorientierten Kooperationsverbünden oder Netzwerken zu schaffen, vermarktungs-fähige Produkte, Technologien und Organisations-Know-how zu erarbeiten und für die The-matik Kreislaufwirtschaftssysteme ein Kompetenzzentrum zu entwickeln. Bereits vorhandene Ansätze sind aufzugreifen bzw. durch Moderation von außen sind potentielle Akteure zusam-menzuführen, um entsprechend dem aufgezeigten Trend weitere Innovations-/Kooperations-verbünde zu initiieren und gemeinsam Innovationshemmnisse zu beseitigen.
Mit dem KrW-/AbfG wurde die Erfolgsträchtigkeit des Themas "Kreislaufwirtschaftssyste-me" festgeschrieben. Die Schonung der natürlichen Ressourcen der Erde, eines der Hauptziele der Kreislaufwirtschaft, ist nur durch technisch-technologische Optimierungsprozesse und Innovationen zu erreichen. Diese Ressourcen sind endlich, d.h. sie erneuern sich nicht und die Rohstoffpreise werden auch in absehbarer Zeit nichts über die Verfügbarkeit aussagen. Die Verfügbarkeit einiger Rohstoffe ist beispielhaft in einer Tabelle zusammengefaßt.

Quelle: Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel Institut für Recycling
Zuwachsrate / %/a 4,3 3,0 3,0 2,0 3,0 3,1 3,3 3,0
Bedarf / Mio t/a 17 8 495 0,2 6 4 3 0,7
Die Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Stoffströmen ist wie in 1.2 dargestellt, der "Nachhaltigen Entwicklung" untergeordnet. Darin spielt das Thema Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle. Die nachfolgend dargestellten Fakten zum Thema ""Strategien zur Entlastung der Umwelt" geben die Zusammenhänge wieder.
Wirtschaftswachstum wird zunehmend kritisch gesehen, psychologische Einstellung gespalten
(Schere zwischen Anspruch und Akzeptanz in den Industrienationen)
Tendenz hin zum "Nachhaltigen Wirtschaften" mit den drei Säulen
Erhaltung der Ur-Funktion der Natur (Naturschutz)
Schutz der Menschen vor Umwelteinflüssen (Toxikologie)
Schonender Umgang mit den Naturressourcen
Möglichkeiten zur Entlastung der Umwelt liegen u.a. in der Steigerung der
Energieproduktivität
Verminderungs- und
Verwertungsstrategien
Konkreter Beitrag des Recycling zur Entlastung der Umwelt liegt in der Schonung von
Materialressourcen
Energieressourcen
Deponieraum sowie der
Entlastung der Umwelt von Schadstoffen
Die damit verbundene und notwendige ökologische Modernisierung ist nicht nur als Chance für die Lösung der Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts zu sehen. Man geht davon aus, daß umweltbezogene Innovationen einen Beitrag zur Lösung sozialer, gesellschaftlicher (Arbeits-plätze) und wirtschaftlicher Probleme leisten. Das gilt neben Deutschland in steigendem Maße auch für die anderen EU-Länder, für Südostasien, Mittel- und Südamerika.
In den aufgeführten regionalen Dokumenten ist aus dieser Erkenntnis heraus die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft als wesentliche Voraussetzung der wirtschaftlichen Entwicklung bzw. als selbständiger Wirtschaftsfaktor enthalten.
Die Sicherung bzw. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit die Sicherung des Fortbestandes der KMU im Bereich der Verwertung und Entsorgung wird zunehmend vom Aufbau von Kooperationsverbunden abhängen. Nach Aussage des BDSV-Präsidenten Jürgen Karle müsse es zu vertraglich , nicht primär kapitalgebundenen Kooperationen kommen, um Leistungen zusammenfassen zu können, denn "der Schaffung von Netzwerken gehört die Zukunft". Die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft wird zu gravierenden Strukturverän-derungen führen. Da man bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben noch am Anfang steht, liegt die Chance im Aufbau von Beispiellösungen und damit im eigenen Bestimmen der Entwicklung. Gerade die komplexen langlebigen Produkte bedingen im notwendigen Zusam-menspiel der Wirtschaftsbeteiligten branchenübergreifende Lösungen. Damit ist gesichert, daß nicht nur punktuelle Wirkungen in der Region erzielt werden. Der Entwicklungsbedarf bei Ausrüstungen, Verfahren, Betriebsorganisation, Logistik und Qualifikation bietet die Chance national und international innovative, vermarktungsfähige Technik, Produkte und Know-how, d.h. Kompetenz zu erarbeiten. Die Chance ist umso größer, da Deutschland als Technik-/Technologieentwickler und -anbieter auf dem Sektor Umwelttechnik umdenken muß, um die an die USA verlorene Spitzenposition zurückzugewinnen. Mangelnde Markt- und Kundennähe haben dazu geführt, daß den deutschen Techniken mittlerweile häufig ein "Overengineering" zu eigen ist, was den Forderungen des Marktes nach einfacher Umwelt-technik nicht mehr entspricht (Ergebnis der Studie "Environmental Technologies, Focus 1999-2005. Market Segmentation and Benchmarking of Industrial Suppliers", Onestone Consulting Group GmbH).
Die in der Region vorhandenen Arbeitsplätze werden gesichert, anforderungs- und entwick-lungsbedingt wächst der Bedarf an entsprechend ausgebildetem bzw. qualifiziertem Personal, wodurch die Arbeitsmarktpolitik unterstützt wird. Die Chance, den Bereich der schwer ver-mittelbaren Personen zu integrieren, ist gegeben. Durch das "Zusammenführen" von Kapazi-täten und Potential, Schaffung günstiger Rahmenbedingungen können neue Technologien an-gesiedelt, neue Produkte geschaffen und Beschaffungs- und Vertriebsgrenzen erweitert wer-den. Die notwendige Zusammenarbeit mit den Produktverantwortlichen führt bei entsprech-ender Qualität zu Referenzen, die weitere Betätigungsfelder erschließen können. Beim Thema Kreislaufwirtschaft spannt sich der Bogen für eine ganzheitliche Lösung von der recycling-optimierten Produktgestaltung bis zur Rücknahme und Verwertung. Je nahtloser und rück-standsärmer sich diese Prozeßkette schließt, desto geringer ist die Belastung der Umwelt und um so größer ist die Schonung der Ressourcen.
Am Beispiel Altauto ergibt sich hier die perspektivische Chance der Kooperation zum Inno-vationsnetzwerk der Automobilzulieferer der Region. Zwei wesentliche Glieder der Prozeß-kette wären damit in der Region angesiedelt und aus der Wechselwirkung können Attrakti-vität und Wettbewerbsfähigkeit der Region gestärkt werden.
Bisher liegt das Projekt "Altautorecycling/Komplettautoverwertung" vor. Das Projektblatt nach RIS-Projektkriterien ist vom Antragsteller ausgefüllt und beim Projektkoordinator,
tti Magdeburg GmbH, eingereicht.
Das Projekt wird als erfolgversprechendes Thema für die Region im Rahmen "Kreislaufwirt-schafssysteme" eingeschätzt. Die objektiven Rahmenbedingungen in Form der nationalen und europäischen Gesetzeslage, der beschriebene Inhalt und die vohandenen Möglichkeiten bieten die Chance zur Umsetzung einer Pilotlösung. Um diese Position zu halten und auszubauen, ist es dringend erforderlich Fördermöglichkeiten zur Konzeptentwicklung und Umsetzung (Ablauf in Anlehnung an InnoRegio)zu erarbeiten und Mittel bereitzustellen. Verzögerungen gefährden den Vorsprung der Region auf diesem Gebiet. Die Fa. MAS Fahrzeugrecycling mit Standorten in den Bundesländern Baden- Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg arbeitet an dem Thema "Vollständiges Recyclingkonzept für Altautos" (Quelle: Pluspunkt-Die Mitarbeiterzeitung der U-plus Gruppe August 1999).
Weiterhin ist der Projektantrag "Kreislaufwirtschaftszentrum Rothensee" gestellt.
Die darin formulierten Ansiedlungsabsichten von Recyclingkapazitäten könnten, unter Berücksichtigung bereits vorhandener Kapazitäten, mit Fraktionen des Verwertungsverbun-des Altauto bedient werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit dem Kreislaufwirt-schaftszentrum das Thema "Elektronikschrott" und damit ein weiteres Feld der Kreislaufwirtschaft für die Region in Angriff zu nehmen.
Eine inhaltliche Abstimmung beider Projekte erscheint notwendig, um Schnittstellen zu definieren, Synergien abzuleiten und Parallelentwicklungen zu vermeiden. Im Rahmen des Themas ""Kreislaufwirtschaftszentrum Rothensee" ist GEWIPLAN mit Untersuchungen zu einem Kompetenzzentrum für den Standort beauftragt. Hier liegt ein Ansatzpunkt für eine mögliche Erweiterung auf ganz Sachsen-Anhalt.
Die Themen Bauschutt, Bodenbehandlung, Bioabfall und Altholz wurden auf Initiative einzelner Firmen andiskutiert. Aus diesen Diskussionen konnten bisher keine Konzeptansätze entwickelt werden. Angesichts der anstehenden Straßen- und Gebäudesanierungen sind effiziente Recycling- und damit Verwendungsmöglichkeiten für Asphalt und Beton gefragt, um der bisher überwiegenden Deponierung zu begegnen.
Alle Ansätze basieren auf dem Engagement einzelner Gruppen. Eine regionale Koordination gibt es derzeit nicht. Das angesprochene Kompetenzzentrum scheint geeignet, müßte aber vom Ablauf der Realisierung vorangetrieben werden. Auf Grund der Komplexität und der wirtschaftlichen sowie arbeitsmarktpolitischen Bedeutung des Themas Kreislaufwirtschaft für die Region wäre eine institutionelle Koordinierung über Drittmittel im Vorfeld sinnvoll und könnte z.B. analog dem Projektteam "Regionalmanagement Altmark" als Ausgangspunkt für ein Kompetenzzentrum Kreislaufwirtschaft umgesetzt werden. Damit wären die Voraussetz-ungen für das Zusammenführen der regionalen Kompetenzen (Forschungseinrichtungen, Maschinenbau, Verwerter, usw.) und der Entwicklung von Verbundprojekten zur Kreislauf-wirtschaft gegeben. Marktreife Lösungen wecken wiederum das Interesse der Produzenten (Produktverantwortung) für die Region.Vom Wissen und vom Organisationstalent her geeig-nete Personen sowie unterstützende Einrichtungen (z.B. tti, isw, u.a.) sind in der Region vorhanden.