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Sachsen-Anhalt |
BRD |
|
|
ha |
ha |
|
|
1996 |
98 |
1.423 |
|
1997 |
148 |
2.869 |
|
1998 |
816 |
3.575 |
Tab. 1: Hanfanbau /17/
Die Weiterverarbeitung innerhalb der Region ist bislang unterentwickelt. Markt-potentiale bestehen vor allem für Faserverbundwerkstoffe (z.B. Automobil-zulieferteile), Bau- und Dämmstoffe sowie Industrietextilien (z.B. Filtermaterialien).
Verwertung pflanzlicher Inhaltsstoffe
Sachsen-Anhalt ist traditionelles Anbaugebiet für Heil- und Gewürzpflanzen und nimmt derzeit die dritte Stelle im Vergleich der Bundesländer nach Thüringen und Bayern ein. In Bernburg hat der Deutsche Fachausschuß für Arznei-, Gewürz- und Aromapflanzen seinen Sitz.
|
Jahr |
Sachsen-Anhalt |
BRD |
|
ha |
ha |
|
|
1997 |
732 |
5.366 |
|
1998 |
719 |
5.637 |
Tab. 2: Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Als außerordentlich chancenreich ist der Markt für Phytopharmaka, Diätetika und Nahrungsergänzungsmittel anzusehen. Daneben gibt es eine Reihe von Nischen für diverse chemisch-technische Produkte (z.B. Gerbstoffe auf Basis Rhabarber).
Biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW)
Die Region verfügt über eine in den letzten Jahren entstandene Infrastruktur aus Entwicklern, Produzenten und Verarbeitern von BAW, Endproduktherstellern, Prüfeinrichtungen und Werkzeugbauern. Von diesen werden gemeinsame Anstrengungen unternommen, um Produkte aus BAW für Anwendungen im Automobilbau, im Garten- und Landschaftsbau sowie in Verpackungen und Einwegartikeln zu entwickeln und am Markt zu plazieren.
Pflanzenöltechnologie
In der Region sind Maschinen- und Anlagenbauunternehmen in einer bundesweit einzigartigen Konzentration vertreten /6/. Von vier in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Lieferanten von Anlagen zur Gewinnung und Verarbeitung von pflanzlichen Ölen und Fetten (Ölmühlen, Raffinerien, Margarinelinien, Biodieselanlagen) befinden sich allein zwei in Magdeburg, das sind die Fa. Cimbria SKET GmbH und ÖHMI Engineering GmbH. Hinzu kommen Lieferanten von Ausrüstungen zur Margarineherstellung (Fa. Sondermaschinenbau Magdeburg GmbH) und von pflanzenöltauglichen Motoren (Fa. AMS Schönebeck GmbH).
Verwertung von Holz
In der Region befinden sich 260.413 ha Waldfläche, das sind 22 % der Gesamtfläche. Durchschnittlich werden in der Bundesrepublik Deutschland nur etwa 2/3 des jährlichen Zuwachses genutzt. Gute Verwertungsmöglichkeiten für den derzeit ungenutzten Anteil bestehen in der Herstellung von Zellstoff (z.B. durch das geplante Zellstoffwerk in Arneburg /3/), von Span-, Faser- und Holzwerkstoffplatten (z.B. Fa. Varioboard Platten GmbH Magdeburg), für weitere Anwendungen im Baubereich, aber auch für Nischenprodukte, wie Holzbestecke (z.B. Fa. Holzspecht GmbH Calvörde).
Energetische Nutzung von Biomasse
Die energetische Nutzung von Biomasse in der Region ist unterentwickelt (in Sachsen-Anhalt wurden 1997 nur etwa 0,35 % des Gesamtenergiebedarfes durch Biomasse genutzt), obwohl sowohl potentielle Energieträger, wie z.B. Holz, Stroh oder Pflanzenöl, als auch know how (z.B. Bioenergiepark Iden) in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.
2.1. Darstellung des Bedarfs
Unternehmen
Die folgenden Angaben sind geschätzt.
|
Branche |
Unternehmen |
Verteilung über die Region |
|
Landwirtschaft (Quelle: Statist. Landesamt) > 100 ha Fläche |
1.935 1.278 |
Schwerpunkt: Börde |
|
Erste Verarbeitungsstufe |
5 |
Schwerpunkt: Börde / Altmark |
|
Biotechnologie, Saatgut |
ca. 10 |
Schwerpunkt: Harz/Börde |
|
Automobilzulieferer |
ca. 5 – 10 |
keine regionale Konzentration |
|
Baustoffindustrie |
ca. 50 |
keine regionale Konzentration |
|
Kunststoffherstellung, -verarbeitung und –anwendung |
ca. 10 |
keine regionale Konzentration |
|
Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel |
ca. 10 |
Schwerpunkt: Börde / Harz |
|
Maschinen- und Anlagenbau auf dem Gebiet Pflanzenöltechnologie incl. Zulieferer |
ca. 20 |
Schwerpunkt: Magdeburg |
|
Energiedienstleister |
ca. 10 |
keine regionale Konzentration |
Tab. 3: Unternehmensstruktur
Marktpotentiale
Bei der Charakterisierung der Marktpotentiale für die benannten Technologiefelder sind folgende Punkte zu berücksichtigen.
Das macht die Quantifizierung von Potentialen außerordentlich schwierig.
Es ist deshalb zu vermuten, daß (nach einer gewissen Einführungsphase) die internationale Nachfrage nach Produkten tendentiell sinken, die nach know-how und Technologien aber steigen wird.
Pflanzenbiotechnologie
Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel und Saatgut beträgt ca. 30 Mrd. US $. Dahinter stehen aber die Märkte für Agrarprodukte (ca. 300 Mrd. US $), Fertigarzneimittel (ca. 300 Mrd. US $) und Nahrungsmittel (ca. 3.000 Mrd. US $), an denen die Pflanzenbiotechnologie partizipieren kann /8/.
Verwertung von Hanf
Wegen der relativen Neuartigkeit des Anbaus und der Verwertung von Hanf und der noch ungünstigen Kostensituation gegenüber Konkurrenzprodukten (z.B. Flachs) sind quantitative Prognosen schwer aufzustellen. Dies betrifft vor allem die Märkte für Hanfölprodukte, Textilien und Papier. Für die Verwendung von Hanffasern im Baustoff- und Automobilsektor werden Potentiale (für die Bundesrepublik Deutschland) wie folgt abgeschätzt /13/.
|
Produktgruppe |
Bedarf |
Hanf |
|
1.000 t |
1.000 t |
|
|
Faserzement |
30 |
3 |
|
Bitumen, Mörtel |
10 |
1 |
|
Isolierstoffe |
20 |
2 |
|
sonstige Baustoffe |
5 |
0,5 |
|
Stoßstangen, Schallisolierungen |
5 |
0,5 |
|
tragende Elemente |
10 |
1 |
|
Verkleidungen |
15 |
1,5 |
|
Bremsbeläge |
1,5 |
0,15 |
|
Sitzbezüge |
7,5 |
0,75 |
|
sonstige Automobilteile |
7,5 |
0,75 |
Tab. 4: Abschätzung des Potentials für Hanffasern im technischen Bereich /13/
Dabei wird davon ausgegangen, daß innerhalb der nächsten 10 Jahre ca. 10 % dieser Anwendungen durch Hanffasern gedeckt werden.
Verwertung pflanzlicher Inhaltsstoffe
Trotz zunehmender Anbaufläche wird der (wachsende) Bedarf an Heil- und Gewürzpflanzen in der Bundesrepublik Deutschland zum überwiegenden Anteil aus Importen gedeckt. 1997 sind 343.000 t Drogen und Säfte mit einem Grenzübergangswert von ca. 782 Mio. DM importiert worden. Allein aus Importablösung einzelner Kulturen wäre eine Erweiterung der Anbauflächen um über 30.000 ha möglich, was etwa dem 5fachen der bestehenden Anbaufläche entspricht /9/. Realistisch erscheinen ca. 10.000 bis 15.000 ha /7/.
Der Markt für Produkte auf der Basis von Heil- und Gewürzpflanzen ist auf einem hohen Niveau sehr dynamisch. 1997 wurden ca. 9 Mrd. DM für Selbstmedikation bei einem gesamten Arzneimittelmarkt von 50,3 Mrd. DM ausgegeben /9/.
|
Region |
1994 |
1997 |
2000 |
|
Mrd. US $ |
Mrd. US $ |
Mrd. US $ |
|
|
Europa |
6,0 |
7,2 |
8,5 |
|
Asien |
2,7 |
3,0 |
4,0 |
|
Japan |
1,8 |
2,5 |
2,5 |
|
Nordamerika |
1,5 |
3,0 |
6,0 |
|
Rest der Welt |
0,5 |
0,8 |
1,0 |
|
gesamt |
12,5 |
16,5 |
22,0 |
Tab. 5: Internationaler Markt für Phytopharmaka /10/
Biologisch abbaubare Werkstoffe (BAW)
Weltweit werden ca. 110 Mio. t Kunststoffe, in Deutschland etwa 7 Mio. t jährlich verwendet, davon ca. 1,4 Mio. t für kurzlebige Verpackungen.
Zu den Potentialen biologisch abbaubarer Werkstoffe sind eine Reihe verschiedener Studien veröffentlicht worden, die zu unterschiedlichen Aussagen zur Marktgröße kommen, sich aber prinzipiell darin gleichen, daß ein in den kommenden Jahren stark wachsender Markt prognostiziert wird.
|
Jahr |
Menge |
Jahr |
Menge |
Jahr |
Menge |
||
|
1.000 t |
1.000 t |
1.000 t |
|||||
|
1997 |
3,3 |
1997 |
10 |
1997 |
|||
|
1998 |
5,0 |
1998 |
1998 |
||||
|
1999 |
7,2 |
1999 |
1999 |
||||
|
2000 |
10,1 |
2000 |
25 |
2000 |
145 |
||
|
2001 |
13,2 |
2001 |
2001 |
||||
|
2002 |
16,4 |
2002 |
2002 |
||||
|
2003 |
19,9 |
2003 |
55 |
2003 |
|||
|
2004 |
24,1 |
2004 |
2004 |
||||
|
2005 |
2005 |
2005 |
275 |
||||
|
2006 |
2006 |
115 |
2006 |
Tab. 6: BAW-Markt in der EU Tab. 7: BAW-Markt in Nord- Tab. 8: BAW-Markt in der EU
nach Frost & Sullivan /11/ amerika u. EU nach nach Hakola /12/
MarTech /11/
Nach /14/ sollen 1997 in Europa ca. 12.000 t BAW eingesetzt worden sein, was einem Warenwert von etwa 100 Mio. DM entspricht.
Potentielle Produkte sind Einwegartikel und Verpackungsmaterialien, Erzeugnisse für den Garten- und Landschaftsbau, Automobilzulieferteile (auch als Faserverbund-werkstoffe) und Bestattungsartikel /6/.
Pflanzenöltechnologie
Der jährliche Investitionsumfang in der Pflanzenölindustrie beträgt ca. 600 Mio. DM weltweit, bei einer Wachstumsrate von 2-3 %. Davon werden nur etwa 4 % in Deutschland realisiert. Die größten Wachstumsmärkte befinden sich in Südostasien (Malaysia, Philippinen, Indonesien) /6/.

Verwertung von Holz
Wald hat eine durchschnittliche jährliche Zuwachsrate von 5 bis 6 Fm/ha. Davon werden schätzungsweise 1 bis 2 Fm nicht genutzt. Bei einer in der Region vorhandenen Waldfläche in Höhe von ca. 260.000 ha ergibt sich somit ein zusätzlich nutzbares Potential von etwa 0,5 Mio. Fm/a. Für die energetische Nutzung ist dieses Potential sogar noch größer, da ungenutzte Baumteile ebenfalls verbrannt werden können /16/.
Hauptnutzungsform von Holz ist die Produktion von Zellstoff. Gegenwärtig werden in der Bundesrepublik Deutschland ca. 650.000 t/a (Sulfit-) Zellstoff hergestellt, dem ca. 3,7 Mio. t/a (Sulfat-) Zellstoff-Importe gegenüber stehen. Da mittlerweile die Sulfat-Technologie so weit entwickelt ist, daß auch Anlagen in Deutschland genehmigungsfähig sind, besteht ein enormes (Importsubstitutions-) Potential für Zellstoffabrikationen /7/.
Ferner ist bereits abzusehen, daß sich Holz als Baumaterial wieder stärker durchsetzen wird. So erhöhte sich beispielsweise der Anteil von Holzhäusern an den neu errichteten Ein und Zweifamilienhäusern in Bayern seit 1990 von 0,5 auf 3 Prozent /15/.
Schließlich ist Holz ein vor allem in ländlichen Gebieten gut nutzbarer Energielieferant. Nicht einmal 1 % des Primärenergiebedarfs in der Bundesrepublik Deutschland wird gegenwärtig durch Holz abgedeckt. In Finnland und Schweden liegt dieser Anteil bei über 15 Prozent, in Österreich bei rund 10 % /15/.
Energetische Nutzung von Biomasse
Die energetische Nutzung von Biomasse (in Form von Holz, Stroh, Biogas oder Pflanzenöl bzw. Biodiesel) wird durch die Verfügbarkeit der Biomasse selbst, aber auch durch die im wesentlichen abgeschlossene Modernisierung von Heizungen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich begrenzt. Trotz allem bestehen enorme Potentiale vor allem im landwirtschaftlichen Bereich /18/.
Beispielsweise könnten bei dem unterstellten nutzbaren Potential an Holz von 0,5 Mio. Fm/a ca. 2,15 Mio. kWh Wärmeenergie erzeugt werden, was einem Heizöläquivalent von 200.000 t enspricht /16/.
Vorgesehene Schlüsselaktivitäten der Unternehmen
Gegenstand der Innovationen in den Unternehmen
Hauptgegenstand von Innovationen ist die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Dabei werden im allgemeinen
genutzt, um
Eine weitere Zielsetzung ist die Entwicklung von Produkten und Technologien zur
Darüberhinaus sind die Unternehmen mit der Entwicklung dem jeweiligen Markt angepaßter Unternehmens- und Vertriebsstrukturen befaßt. Folgende Schwerpunkte sind zu nennen:
Bedarf an Innovationen fördernden Dienstleistern
Die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren aus nachwachsenden Rohstoffen ist wegen der notwendigen Berücksichtigung der (schwankenden) Eigenschaften komplex zusammengesetzter Naturstoffe, die teilweise nicht oder nur ungenügend bekannt sind, sowie diverser technischer, wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge gewöhnlich eine schwierig zu lösende Aufgabe. Hinzu kommt, daß aufnahmefähige Märkte meist erst geschaffen werden müssen. Daraus begründet sich ein hoher Bedarf an
der perspektivisch mit steigender Bedeutung nachwachsender Rohstoffe sogar noch zunehmen wird.
Bedarf an Rahmenbedingungen / Förderprogrammen für Innovationen / Finanzierungsinstrumenten
Unternehmen auf dem Gebiet nachwachsender Rohstoffe benötigen
2.2. Darstellung des Angebotes
Forschungs- und Entwicklungsressourcen
Die Region verfügt über die folgenden spezifischen FuE-Kapazitäten.
|
Institution |
Standort |
Profil mit Bezug zum Thema |
|
Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen |
Quedlinburg |
Pflanzenzüchtung |
|
FH Anhalt |
Bernburg |
Anbau, Verfahrensentwicklung |
|
FH Magdeburg |
Magdeburg |
Industriedesign |
|
Fraunhofer Institut Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF) |
Magdeburg |
Innovationsmanagement |
|
Institut für Lacke und Farben e.V. (ILF) |
Magdeburg |
Produkt- und Verfahrensentwicklung, Analytik und Methodenentwicklung |
|
Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) |
Gatersleben |
Pflanzenzüchtung |
|
LUS GmbH |
Magdeburg |
Analytik und Methodenentwicklung |
|
Max-Planck-Institut für Verfahrenstechnik |
Magdeburg |
Verfahrensentwicklung (Grundlagen) |
|
ÖHMI Engineering GmbH |
Magdeburg |
Verfahrensentwicklung |
|
ÖHMI Analytik GmbH |
Magdeburg |
Analytik und Methodenentwicklung |
|
Otto-von-Guericke-Universität |
Magdeburg |
Verfahrensentwicklung, Fertigungstechnik |
|
Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e.V. (PPM) |
Magdeburg |
Produkt- u. Verfahrensentwicklung |
Tab. 9: FuE-Ressourcen
Die angegebenen Einrichtungen sind zumeist modern ausgestattet, verfügen über spezielles know how und sind (in unterschiedlichem Maße) international beachtet und anerkannt. Mangelhaft ist die Vernetzung dieser Einrichtungen untereinander und mit der Wirtschaft. Es gibt keine strategischen Zielsetzungen und damit einen unterentwickelten arbeitsteiligen Innovationsprozeß.
Finanzierungs- und Förderinstrumentarien
Die folgenden Programme stellen eine sehr spezielle Auswahl aus einer großen Vielzahl von Förderinstrumentarien dar, die im jeweiligen Einzelfall auf ihre Eignung zu untersuchen sind.
Festgestellt werden muß, daß diese Förderinstrumente nicht ausreichend sind, um eine strategische orientierte Profilierung der Region auf dem Gebiet nachwachsender Rohstoffe zu erreichen.
Die zumeist als Projektförderung über eher kurze Zeiträume angelegten Programme gewährleisten i.d.R. kaum die notwendige Konzentration und Kontinuität des Innovationsprozesses. Darüberhinaus sind sie in ihrer Vielfalt und Komplexität von den kleinen und mittleren Unternehmen wenig zu überschauen und effektiv in Anspruch zu nehmen. Die Beteiligung dieser Unternehmen an europäischen Förderprogrammen ist auch aus diesem Grunde gering.
Ferner ist es unabdingbar, neben Forschung und Entwicklung sowie Investitionen auch Maßnahmen zur Vermarktung von Produkten und Verfahren zu unterstützen, wenn die vorher ausgegebenen Mittel nicht umsonst gewesen sein sollen. Dies ergibt sich daraus, daß die maßgeblichen Akteure (KMU) nicht nur über eine geringe Kapitaldecke verfügen, sondern auf Märkte drängen, die erst noch zu entwickeln sind. Neben (notwendigen) Förderprogrammen kann z.B. auch die Präferierung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand ein geeignetes Mittel darstellen.
Kooperationsbeziehungen, Vernetzung
Zwischen den o.a. Akteuren gibt es verschiedenste bi- und multilaterale Kooperationsbeziehungen, die vor allem auf gemeinsame FuE-Projekte, Marktbearbeitung (z.B. Messebeteiligungen) sowie Lobbyarbeit ausgerichtet sind. Bündelungsfunktion haben die folgenden Organisationen/Einrichtungen:
Ein Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Firmen ist der Bioenergiepark in Iden. Es steht zu erwarten, daß in der Weiterführung sowohl durch das BMBF geförderter als auch nicht geförderter InnoRegio-Projekte verschiedene weitere Netzwerke entstehen werden.
Insgesamt ist jedoch einzuschätzen, daß die existierenden Kooperationsgeflechte sowohl qualitativ und quantitativ ausgebaut werden müssen. Die verstärkte Bildung regionaler Netzwerke ist dringend notwendig, ansonsten sind anspruchsvolle marktfähige Produkte und Verfahren künftig weder zu entwickeln noch erfolgreich zu vermarkten.
Innovation fördernde Dienstleister
|
Institution |
Standort |
Profil mit Bezug zum Thema |
|
Agrarmarketinggesellschaft des Landes Sachsen-Anhalt mbH |
Magdeburg |
Vermarktung |
|
BIS NAROSSAÒ e.V. |
Magdeburg |
Information und Beratung |
|
Educa Privatakademie GmbH |
Magdeburg |
Aus- und Weiterbildung |
|
IGZ NAROSSAÒ GmbH |
Magdeburg |
Vermietung von Technikums- und Büroflächen, Existenzgründungsberatung |
|
Landesbauernverband Sachsen-Anhalt e.V. |
Magdeburg |
Lobbyarbeit |
|
Messe Magdeburg |
Magdeburg |
Veranstaltung Fachmesse |
|
ÖHMI Consulting GmbH |
Magdeburg |
Aus- und Weiterbildung, Veranstaltung Fachkongreß |
|
RKW Sachsen-Anhalt e.V. |
Magdeburg |
Kooperationsnetzwerke |
|
tti GmbH |
Magdeburg |
Beratung |
Tab. 10: Innovation fördernde Dienstleister
Für die Innovation fördernden Dienstleister treffen die für die FuE-Einrichtungen gemachten Aussagen sinngemäß zu.
2.3. Darstellung der internationalen Entwicklungstrends
Technisch / technologisch / wissenschaftlich
Entwicklung und Anwendung von Produkten und Technologien im Bereich nachwachsender Rohstoffe werden seit etwa 10 Jahren verstärkt in den hochentwickelten Industriestaaten betrieben. Führend sind:
Nachdem in der jüngsten Vergangenheit Fragen der energetischen Nutzung von Biomasse und der Diversifizierung der Rohstoffbasis im Vordergrund standen, sind die wichtigsten aktuellen technologischen Entwicklungstrends wie folgt zu benennen:
Die in der Region forcierten Entwicklungen ordnen sich in die internationalen Aktivitäten ein. In einigen der benannten Technologiefelder nehmen regionale Akteure Spitzenplätze ein. Das betrifft die Entwicklung transgener Kulturpflanzen ebenso wie die Verarbeitung von Hanf oder Technologien zur Bleichung von Pflanzenölen.
Kooperationsformen
Der Aufbau einer geeigneten Struktur zur Bearbeitung des Technologiefeldes Nachwachsende Rohstoffe ist in den meisten Ländern staatlich vorangetrieben worden. In diesem Zuge sind in einer Reihe von Staaten sehr leistungsfähige FuE-Zentren mit teilweise mehreren Hundert wissenschaftlichen Mitarbeitern entstanden, z.B.:
Die ersten Jahre 100 % staatlich finanziert, haben diese Einrichtungen die Aufgabe zunehmend Mittel Dritter einzuspielen. Dies geschieht über öffentliche Projektförderung (z.B. EU-Projekte mit verschiedenen Partnern) und Aufträge aus der Industrie.
In der Bundesrepublik Deutschland gab es Vergleichbares bislang nicht. Statt Strukturen zu schaffen, wurden Mittel zur Förderung von Einzelprojekten durch Bund (jährlich ca. 50 Mio. DM über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe) und Länder bereitgestellt. In Bayern ist jedoch in diesem Jahr der Beschluß gefaßt worden, mit ca. 110 Mio. DM Förderung ein den o.a. Beispielen vergleichbares Forschungszentrum in Straubing zu errichten.
Wie bereits ausgeführt verfügt die Region Altmark-Harz-Magdeburg über keine derartige Konzentration an FuE-Kapazitäten. Das ist ein eindeutiger Nachteil im nationalen und internationalen Wettbewerb, der mittelfristig ausgeglichen werden muß.
Gesetzlichkeit
Nachwachsende Rohstoffe in Europa sind sehr stark abhängig von der Gesetzgebung, insbesondere von der Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union. Durch sie werden in erheblichem Maße Preise und damit Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Rostoffe beeinflußt. Wegen der dadurch geschaffenen Unsicherheit (z.B. hat man die Größe der geförderten Stillegungsflächen teilweise jährlich neu festgelegt) sind in der Vergangenheit oftmals Investitionen verhindert worden (z.B. die durch die Fa. Cerestar GmbH Barby geplante Biodieselanlage).
Die AGENDA 2000 hat zwar zunächst für verbindliche Rahmenbedingungen gesorgt. Trotzdem bleibt abzuwarten, erstens wie sich diese im Hinblick auf die Neuverhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO) zukünftig gestalten werden und zweitens welche Auswirkungen die Osterweiterung der Europäischen Union auf diese noch haben wird.
Langfristig ist durch den wachsenden Druck vor allem der Entwicklungsländer eine immer stärkere Liberalisierung der europäischen Landwirtschaftspolitik zu erwarten. Das würde bedeuten, daß dann überall in der Welt landwirtschaftliche Produkte zu (niedrigen) Weltmarktpreisen zur Verfügung stehen. Der Anbau und die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe zu Zwischen- oder Endprodukten werden sich in diesem Zuge nach Osteuropa bzw. Übersee (z.B. Südamerika) verlagern. Die (westeuropäische) Landwirtschaft wird sich auf die Erzeugung qualitativ hochwertiger und teuerer Nahrungsmittel konzentrieren. Damit tun sich perspektivisch Exportchancen für Verarbeitungstechnologien auf.
2.4. Weitere zu berücksichtigende spezifische Rahmenbedingungen
entfällt
Stärken
Schwächen
nicht erforderlich
Die Region Altmark-Harz-Magdeburg ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Sie verfügt über sehr leistungsfähige landwirtschaftliche Betriebe, die vor allem wegen ihrer effektiven Betriebsstrukturen außerordentlich wettbewerbsfähig sind. Wegen der sehr unterschiedlichen Güte der Ackerflächen in der Börde auf der einen und der Altmark auf der anderen Seite ist jedoch zwischen den einzelnen Betrieben stark zu differenzieren.
Zur Verarbeitung der landwirtschaftlichen Rohstoffe sind in der Region eine große (Fa. Cerestar GmbH, Barby) und eine im Aufbau befindliche kleine Stärkefabrik (Fa. Ceresan GmbH Haldensleben), eine große Zuckerfabrik (Kleinwanzleben), eine kleine Ölmühle (Kroppenstädt) sowie eine Faserverarbeitungsanlage (Fa. VERNARO GmbH Gardelegen) vorhanden. Ein Großteil der in der Region erzeugten Produkte wird jedoch außerhalb verarbeitet. Dies betrifft neben der erwähnten ersten vor allem weitere Verarbeitungsstufen. Die Region ist somit Rohstoffexporteur und Endproduktimporteur und nur in geringem Maße an der Wertschöpfung beteiligt.
Für einige der bekannten Nutzungsarten nachwachsender Rohstoffe gibt es in der Region besonders vorteilhafte Voraussetzungen. Das betrifft die Verwertung von Hanf, von pflanzlichen Inhaltsstoffen und Holz, die Herstellung und Verarbeitung biologisch abbaubarer Werkstoffe, die Pflanzenöltechnologie sowie die energetische Nutzung von Biomasse. Übergreifend ist die Pflanzenbiotechnologie als eine Voraussetzung für Innovation in den angegebenen Technologiefeldern zu nennen. Für diese Nutzungen konnten zugleich hohe Potentiale in zumeist globalen Märkten identifiziert werden.
Die Region verfügt über ferner über eine vielseitige moderne Forschungslandschaft, innovative, aber meist kleine Unternehmen (die zum Teil aus FuE-Einrichtungen generiert wurden) sowie über Innovation fördernde Dienstleister in allen erforderlichen Bereichen. Mangelhaft ist die Vernetzung der Akteure. Infolge des InnoRegio-Wettbewerbes beginnen sich aber derzeit leistungsstarke Verbünde zu formieren.
Nachwachsende Rohstoffe haben ein außerordentlich hohes Innovationspotential. Innerhalb der letzten 100 Jahre ist die industrielle Verwertung von Naturstoffen in allen Ländern der Erde mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt worden. Eine sog. Naturstoffchemie ist demzufolge erst wieder zu entwickeln. Durch die moderne Pflanzenbiotechnologie wird es darüberhinaus möglich, industriell verwertbare Inhaltsstoffe in der Pflanze selbst zu produzieren, und zwar mit (in der Natur sonst nicht vorkommender) hoher Reinheit. Darüberhinaus macht die Nutzung natürlicher Rohstoffe neue (vor allem biotechnologische) Verfahrenstechniken der Konversion, Verarbeitung und Verwertung der Reststoffe notwendig, und damit auch neue Maschinen und Anlagen.
In der letzten 10 Jahren sind deshalb in den führenden Industriestaaten die Bemühungen um die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren auf der Basis nachwachsender Rohstoffe stark angestiegen. In einigen europäischen Ländern sind Mitte der neunziger Jahre große Forschungsinstitute zu diesem Thema neu geschaffen worden (z.B. Niederlande, Österreich). Gab es noch vor einigen Jahren nur wenige wissenschaftliche Veranstaltungen zu dieser Problematik, ist gegenwärtig ein wahrer Boom zu verzeichnen. Das betrifft auch die Patentsituation, wenngleich quantitative Aussagen hierzu fehlen.
Das Marktpotential kann ebenfalls als sehr hoch eingeschätzt werden, wenngleich Massenanwendungen eher mittelfristig zum Tragen kommen werden.
Wegen der besonderen Aufmerksamkeit, die dem Umweltschutz in der Bundesrepublik Deutschland zukommt, ist der Inlandsmarkt als einer der aufnahmefähigsten für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen überhaupt anzusehen. Trotzdem ist davon auszugehen, daß es keinen regional begrenzten Markt geben wird, sondern, daß in diesem Bereich tätige Unternehmen künftig global operieren müssen. Die Märkte selbst sind unterentwickelt und zum Teil erst zu schaffen.
Wegen der absehbaren Globalisierung auch der Landwirtschaft ist mit einer fortschreitenden Verschiebung der Produktion und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe nach Osteuropa und in die Entwicklungsländer zu rechnen. Marktchancen liegen deshalb auf lange Sicht im know-how- und Technologietransfer.
Für Unternehmen der Region erscheinen im Zeitraum 2000 – 2010 Umsatzerlöse in den aufgeführten Themenfeldern in Höhe von 1 bis 2 Mrd. DM, bei einem hohen Exportanteil, möglich, wenn konkrete Projekte eine genügende Unterstützung erhalten.
Abgeleitet von den oben gemachten Aussagen zum Marktpotential ist überschläglich ein erschließbares Arbeitskräftepotential von mind. 500 bis 1.000 zusätzlichen Arbeitskräften, vor allem im verarbeitenden Gewerbe der Region zu prognostizieren.
Die Region Altmark-Harz-Magdeburg besitzt das Potential, langfristig sowohl national als auch international eine anerkannte Spitzenposition im Anbau und der Verwertung nachwachsender Rohstoffe zu erlangen.
Anlage: Projektblätter